Beliebte Gartenkräuter

Tipp der Redaktion Heil- und Küchenkräuter sind gesund und vielfältig zu verwenden

27.02.2008 Sigrid Stephenson

Gewürze sind unentbehrlich. Frische Kräuter übertreffen dabei andere Gewürze an Aroma und Wohlgeschmack. Wer sie im Garten hat, darf sich glücklich schätzen.

In alten Zeiten galten Gewürze als ausgesprochen kostbar, denn ihre Beschaffung war schwierig und mit langen Wegen verbunden. Heute geht man in den nächsten Supermarkt und greift ins Regal. Dabei beschränkt sich kaum noch jemand darauf, seine Gerichte nur mit Salz und Pfeffer zu würzen. Weit aromatischer aber als alle getrockneten, zerstoßenen, pulverisierten Gewürze sind frische Kräuter. Einige davon gibt es ganz umsonst in freier Natur, andere lassen sich leicht im Garten oder auf der Fensterbank kultivieren. Schön ist es auch, Kräuter in der Nähe der Terrasse oder des Lieblingsplatzes im Garten anzubauen, um mit enem Griff ein paar abzupflücken und gleich bei Tisch zu verwenden.

Viele Kräuter sind mehrjährig, so dass man sie nicht immer neu aussähen muss. Besonders aromatisch ist ein Wildkraut, das sich zu wehren weiß.

Die Brennnessel

Die Brennnessel sorgt für brennenden Schmerz, wenn man sie berührt. Daneben aber ist sie ein wunderbares Heil- und ein köstliches Küchenkraut. Sie ist anspruchslos und wächst beinahe überall. Beim Ernten sollte man Handschuhe anziehen, sowie die Blätter zerhackt sind, brennen sie nicht mehr. Vermischt mit saurer Sahne und Kräutersalz sind sie ein unvergleichlich aromatischer Dipp für rohe Gemüse, zu Backkartoffeln oder einfach so mit dem Löffel zu essen. Unter anderen gilt die Brennnessel als blutreinigend und als gutes Mittel gegen Frühjahrsmüdigkeit. Auch ein Tee aus frisch gehackten Blättern ist wohltuend. Bekannt ist die entwässernde Wirkung des Krauts.

Löwenzahn und Pusteblume

Mit Löwenzahn übersähte Wiesen sind eine Augenweide. Bald nach dem Verblühen überziehen Pusteblumen das Land. Sie sind ein beliebtes Spielzeug für Jung und Alt und begeistert pustende Kinder sind wunderbar geeignet als Fotomotiv. Die gelben Blüten lassen sich zu Wein verarbeiten, auch Honig lässt sich damit verfeinern. Blätter und Blüten werden im Frühling geerntet. Die Wurzel gräbt man im Frühjahr oder Frühherbst aus. Man kann sie waschen oder wie Möhren schaben und entsprechend weiter verarbeiten.

Schnittlauchblüten als Delikatesse

Schon früh im Jahr treibt die mehrjährige Pflanze ihre röhrenförmigen Blätter aus dem Boden. Von Mai bis August treibt sie lilafarbene Blüten aus. Was nicht jeder weiß: Auch die Blüten lassen sich essen. Sie schmecken sehr würzig und eignen sich gut als Dekoration. Verschenken Sie doch demnächst einmal eine hübsche Schüssel, gefüllt mit kräftig gewürztem Kräuter-Quark (Bärlauch macht sich gut darin!) und einem dicht gesteckten Kreis von Schnittlauchblüten rundherum. Ein Augen- und Gaumenschmaus. Schnittlauch sollte man nicht hacken, sondern bündelweise mit einer Schere in kurze Stücke schneiden.

Power mit Rosmarin

Rosmarin lässt sich als kräftige Pflanze in Gartencentern und Supermärkten erwerben, aber natürlich auch selbst ziehen. Weil die Pflanze sehr frostempfindlich ist, sollte man sie den Winter über ins Haus holen. Die schmalen Blätter, die an Tannennadeln erinnern, kann man den ganzen Sommer über sammeln, im Schatten trocknen lassen und in fest schließende Gefäße geben. Rosmarin schmeckt köstlich zu Lammfleisch oder Kartoffeln. 1 Teelöffel frisches oder getrocknetes Kraut auf 1/4 Liter siedendes Wasser ergibt einen Tee, der gegen Magen- und Kreislaufbeschwerden wirkt. Mehr als zwei Tassen pro Tag sind nicht empfehlenswert. Rosmarin in größeren Mengen gilt als gesundheitsschädlich.

Gartenkresse und Brunnenkresse

Die einfach zu ziehende Gartenkresse ist bekannt und beliebt. Sie gedeiht gut auf feuchter Erde oder Watte und schmeckt zu Salaten, Quark, Gemüse und klaren Suppen. Auf keinen Fall mitkochen, sondern erst kurz vor dem Servieren zugeben. Brunnenkresse ist wesentlich aromatischer als Gartenkresse. Früher gedieh sie an jedem Gewässer, durch die Umweltverschmutzung ist das Vorkommen stark zurückgegangen. Der Anbau gilt heute als schwierig und gelingt am ehesten, wenn durch den Garten ein Fluss mit sauberem Wasser fließt. Aber wer hat schon so viel Glück. Brunnenkresse gilt unter anderem als Aphrodisiakum, stimuliert also angeblich die Liebeslust.

Blaublütiger Borretsch

Borretsch wird auch Gurkenkraut genannt. In der Antike galt er als Muntermacher. Die Pflanze wird bis zu 90 cm hoch und ist reichlich behaart. Eine besondere Zierde sind die essbaren blauen Blüten, die sich zwischen Mai und September entfalten. Wegen der feinen Haare nutzt man nur ganz junge Blätter, deshalb ist eine Nachsaat alle vier Wochen ratsam. Borretsch verliert beim Trocknen alle Nährstoffe, deshalb sollte man ihn einfrieren, um ihn zu konservieren. Wie manche andere Kräuter sollte man auch Borretsch nicht im Übermaß genießen, sonst kann es zu Magen- und Darmreizungen kommen.

Himmlischer Knoblauch

Wer auf Knoblauch verzichtet, weil er seiner Umwelt die Geruchsbelästigung ersparen will, verzichtet damit freiwillig auf einen himmlischen Genuss. Die bessere Alternative: Freunde und die ganze Familie zum Essen einladen. Wer Knoblauch selbst gegessen hat, kann die Ausdünstungen nicht mehr riechen - weder bei sich selbst noch bei anderen. Der Anbau im Garten ist denkbar einfach. Im Frühjahr werden die kleinen Zehen im Abstand von 15 cm rund 4 cm tief in die Erde gesteckt. Wenn die sich entwickelnden Blätter welken, ist Erntezeit (Juli/August). Mit einem Glas Milch zum Essen oder dem Kauen von Petersilie lässt sich der Geruch vertreiben. Wer nur einen Hauch im Salat haben möchte, reibt die Schüssel mit halbierten Zehen aus.

Erfrischung mit Sauerampfer

Sauerampfer wächst am besten auf schwerem feuchten Boden. Im dritten Jahr kann die Pflanze durch einfache Teilung vermehrt werden. Trockenheit mag sie gar nicht, also im Sommer reichlich gießen. Sauerampfer schmeckt in Suppen, Soßen und Salaten. Zur Erfrischung kann man ein, zwei Blätter beim Gang durch den Garten einfach so kauen. Wie oft, kommt es auch hier auf die Dosis an. Ein Zuviel ist ungesund.

Maggikraut Liebstöckel

Liebstöckel wird im Volksmund Maggikraut genannt, weil sein Geschmack stark an die berühmte Suppenwürze erinnert. Die Pflanze wird bis zu zwei Meter hoch. Mit einer Pflanze kann man gleich mehrere Familien versorgen, denn wegen des intensiven Geschmacks sollte Liebstöckel nur sparsam verwendet werden. Die Blätter lassen sich gut trocknen, sollten aber erst kurz vor Gebrauch zerstoßen werden. Ein Tee aus 1 TL gestoßener Wurzel auf 2 Tassen heißes Wasser wirkt verdauungsanregend.

Der Artikel Beliebte Gartenkräuter in Biogärten unterliegt dem Urheberrecht. Jegliche Verwendung dieses Textes, auch auszugsweise, erfordert die vorherige schriftliche Erlaubnis des Autors. Autor des Artikels Beliebte Gartenkräuter ist Sigrid Stephenson.
Kräuter im Topf, Sigrid Stephenson Kräuter im Topf
   
;